Achillessehnenentzündung: welche Hausmittel wirklich helfen

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Ingrédients de remèdes traditionnels disposés sur une ardoise sombre, éclairés par une lumière rasante

Gegen Schmerzen an der Achillessehne helfen kurzfristig Kühlung, ein Quarkwickel und ein Fersenkeil im Schuh. Das einzige Hausmittel, das die Sehne selbst umbaut, ist eine Übung: das langsame Absenken der Ferse über eine Treppenstufe, zweimal täglich über zwölf Wochen.

Der Punkt, den kaum eine Ratgeberseite ausspricht: Bei Beschwerden, die länger als einige Wochen bestehen, findet man im Gewebe keine Entzündung mehr. Damit wird jedes entzündungshemmende Hausmittel zu einem Schmerzmittel, und die Behandlung muss woanders ansetzen.

Ferse und Wade von der Seite in streifendem Licht, der Strang der Achillessehne zeichnet sich deutlich ab
Die Achillessehne ist die kräftigste Sehne des Körpers und trägt beim Laufen ein Vielfaches des Körpergewichts. Ihre Blutversorgung ist im mittleren Abschnitt am schwächsten, und genau dort entstehen die meisten Beschwerden.

Was in der Achillessehne passiert

Die Achillessehne verbindet die Wadenmuskulatur mit dem Fersenbein. Anatomisch gehört sie zum Sprunggelenk, wird aber anders behandelt als die übrigen Sehnen am Sprunggelenk. Sie ist die kräftigste Sehne des Körpers und hält beim Laufen das Mehrfache des Körpergewichts aus. Wer im Netz nach Schmerzen Achillessehne oder Entzündung Achillessehne sucht, findet fast überall dieselbe Anatomie und selten die entscheidende Stelle. Ihre Schwachstelle liegt zwei bis sechs Zentimeter über dem Ansatz: In diesem Abschnitt ist die Durchblutung am geringsten, und dort sitzen die meisten Beschwerden.

Was dort geschieht, wurde jahrzehntelang als Entzündung beschrieben, daher der Name Achillessehnenentzündung. Untersuchungen von Sehnengewebe bei Menschen mit langem Verlauf haben dieses Bild korrigiert. Zu sehen sind ungeordnete Kollagenfasern, vermehrte Grundsubstanz, eingewachsene kleine Gefäße und mit ihnen feine Nervenfasern. Entzündungszellen fehlen weitgehend. Deshalb hat sich in der Fachsprache der Begriff Achillodynie oder Tendinopathie durchgesetzt.

Für Ihre Behandlung hat das eine unmittelbare Folge. In den ersten Tagen nach einer Überlastung ist eine entzündliche Reaktion da, und Kühlung wirkt. Wenn Sie seit drei Monaten Schmerzen haben, wirkt sie nur noch auf die Schmerzwahrnehmung. Der Umbau des Gewebes braucht etwas anderes.

Was Hausmittel bei der Achillessehne leisten

Was oft erwartet wird

  • Ein Quarkwickel oder eine kühlende Auflage heilt die Sehne.
  • Wenn die Schmerzen weg sind, ist die Sehne wieder in Ordnung.
  • Ruhe ist das beste Hausmittel, Bewegung schadet der entzündeten Sehne.

Was tatsächlich passiert

  • Auflagen dämpfen den Schmerz für Stunden. Sie verändern das Sehnengewebe nicht, und das müssen sie auch nicht leisten, um nützlich zu sein.
  • Der Umbau des Kollagens dauert Monate und läuft der Schmerzfreiheit hinterher. Wer zu früh zur alten Belastung zurückkehrt, fängt von vorne an.
  • Vollständige Ruhe schwächt die Sehne. Was sie kräftigt, ist eine langsam gesteigerte Belastung, und die ist selbst ein Hausmittel.
Der Unterschied entscheidet, wie lange die Geschichte dauert. Auflagen sind das Mittel für die schlechten Tage, das Übungsprogramm ist das Mittel für die Heilung.

Woran Sie Achillessehnenschmerzen erkennen

Das erste Zeichen ist fast immer die Anlaufsteifigkeit. Die ersten Schritte nach dem Aufstehen oder nach längerem Sitzen tun weh, nach ein paar Minuten wird es besser, und im Laufe des Tages verschwindet der Schmerz weitgehend. Genau diese Besserung durch Bewegung führt viele in die Irre: Sie halten die Sache für harmlos und belasten weiter.

Der Bereich, der wehtut, ist gut einzugrenzen. Bei der häufigsten Form sitzt er zwei bis sechs Zentimeter über dem Fersenbein, mitten im Sehnenstrang, und lässt sich zwischen Daumen und Zeigefinger als druckempfindliche Verdickung tasten. Sitzt der Schmerz dagegen direkt am Ansatz, also unten am Knochen, spricht man von einer Ansatztendinopathie. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil beim Ansatzproblem jede Dehnung und jedes tiefe Absenken der Ferse die Beschwerden verstärken kann.

Weitere typische Symptome sind eine spindelförmige Schwellung, ein feines Knirschen beim Bewegen des Fußes und ein Schmerz, der besonders am Morgen nach einem Belastungstag stark ist. Was nicht dazugehört: Rötung, Überwärmung, Fieber oder ein Schmerz, der ohne Bewegung nachts durchgehend anhält.

Ursachen: warum die Sehne überhaupt reagiert

In den allermeisten Fällen steckt kein einzelnes Ereignis dahinter, sondern ein Sprung in der Belastung. Ein neues Laufpensum, der Wechsel auf flachere Schuhe, eine Woche Wandern im Urlaub, der Wiedereinstieg in den Sport nach Monaten Pause. Die Sehne kann sich anpassen, aber sie braucht dafür Wochen, und ein zu schneller Aufbau überholt diese Anpassung.

Dazu kommen Faktoren, die den Boden bereiten: eine verkürzte oder schwache Wadenmuskulatur, ein deutliches Übergewicht, Diabetes, Rauchen und eine familiäre Veranlagung. Bei älteren Menschen ist eine Achillodynie auch ohne sportliche Belastung möglich, weil das Sehnengewebe mit den Jahren an Elastizität verliert.

Ein Punkt, den kaum eine Ratgeberseite nennt: Auch ein Wechsel des Untergrunds zählt. Wer plötzlich statt auf Asphalt auf Sand oder Waldboden läuft, verlangt der Wadenmuskulatur bei jedem Schritt mehr Stabilisierungsarbeit ab, und die Sehne bekommt das ab.

Hausmittel im Einzelnen

Hausmittel Was es wirklich tut Wann es sinnvoll ist
Quarkwickel Kühlt gleichmäßig über zwanzig bis dreißig Minuten, ohne die Haut zu schädigen Abends in der akuten Phase, nach einem Tag mit zu viel Belastung
Kühlpack im Tuch Dämpft die Schmerzweiterleitung, wirkt schneller und kürzer als ein Wickel Direkt nach einer Überlastung, zehn Minuten, mehrmals am Tag
Fersenkeil im Schuh Verkürzt die Strecke, die die Sehne bei jedem Schritt aushalten muss In beiden Schuhen, für einige Wochen, nicht dauerhaft
Wärme vor Bewegung Macht Sehne und Wadenmuskulatur geschmeidiger, senkt die Anlaufsteifigkeit Morgens und vor dem Übungsprogramm, bei länger bestehenden Beschwerden
Selbstmassage der Wade Löst Spannung im Muskel, der oberhalb der Sehne zieht Immer, solange sie nicht direkt auf der schmerzhaften Sehne stattfindet
Fersenabsenken Baut das Kollagen der Sehne um, das einzige Hausmittel mit dieser Wirkung Ab der akuten Phase hinaus, zwölf Wochen durchgehend
Fünf dieser sechs Mittel lindern, eines behandelt. Das ist keine Abwertung der Auflagen: Wer die schlechten Tage übersteht, bleibt beim Programm, und darauf kommt es an.

Der Quarkwickel hat in Deutschland eine lange Tradition und ist besser als sein Ruf. Sein Vorteil gegenüber dem Kühlpack liegt in der Gleichmäßigkeit: Er kühlt milder, dafür länger und ohne die Gefahr einer Kälteschädigung der Haut. Ein Esslöffel Magerquark fingerdick auf ein Baumwolltuch, um die Ferse gelegt, ein trockenes Tuch darüber, zwanzig bis dreißig Minuten liegen lassen.

Der Fersenkeil ist das am meisten unterschätzte Mittel. Er hebt die Ferse um wenige Millimeter an und verkürzt damit den Weg, den die Sehne bei jedem Schritt zurücklegen muss. Die Entlastung ist sofort spürbar. Wichtig ist, ihn in beide Schuhe zu legen und ihn nach einigen Wochen wieder herauszunehmen, sonst gewöhnt sich die Wadenmuskulatur an die verkürzte Position.

Kühlen oder wärmen? Es hängt vom Zeitpunkt ab

akute Reizungalter Dauerschmerz
Erste 48 Stunden
nach Überlastung
kühlen, kurz und oft
Zwei bis sechs Wochen
Wechsel nach Gefühl
Wärme vor Belastung
Seit Monaten
Wärme und Bewegung
Kälte bringt kaum noch
In der akuten Phase dämpft Kälte die Reizung. Bei einer seit Monaten schmerzenden Sehne liegt keine akute Entzündung mehr vor, und dann tut Wärme vor der Belastung mehr für die Beweglichkeit als jede Kühlung.

Das wirksamste Hausmittel ist eine Übung

1998 veröffentlichte eine schwedische Arbeitsgruppe um Håkan Alfredson eine kleine Studie, die die Behandlung dieser Beschwerden verändert hat. Fünfzehn Freizeitsportlerinnen und Freizeitsportler mit seit Monaten schmerzender Achillessehne führten zwölf Wochen lang zweimal täglich langsame Fersenabsenkungen durch. Alle kehrten danach zu ihrem früheren Aktivitätsniveau zurück. In der Vergleichsgruppe mit üblicher Behandlung gelang das niemandem.

Die Zahl der Studienteilnehmenden ist klein, das Ergebnis wurde seither vielfach überprüft. Systematische Übersichtsarbeiten bestätigen, dass Belastungsprogramme bei Achillessehnenbeschwerden wirken, wobei die genaue Form weniger wichtig ist als lange angenommen. Ob langsames Absenken, schweres langsames Krafttraining oder eine Mischung: Entscheidend ist, dass die Sehne über Monate regelmäßig belastet wird. Dasselbe Prinzip trägt heute die Behandlung des Tennisarms am Ellenbogen und den Aufbau bei einer Sehnenentzündung im Knie, wo allerdings zuerst geklärt sein muss, welche der fünf Sehnen betroffen ist.

Das Fersenabsenken, Schritt für Schritt

01

Position einnehmen

Auf eine Treppenstufe stellen, Fersen ragen über die Kante hinaus. Eine Hand am Geländer, nur zum Gleichgewicht.

02

Mit beiden Beinen hoch

Auf die Zehenspitzen gehen und dabei beide Beine benutzen. Dieser Teil ist Vorbereitung, nicht Training.

03

Gewicht auf das kranke Bein

Oben angekommen das gesunde Bein anheben. Das ganze Körpergewicht liegt jetzt auf der betroffenen Seite.

04

Langsam absenken

Über drei bis vier Sekunden die Ferse unter die Stufenkante sinken lassen. Diese absenkende Phase ist der wirksame Teil der Übung.

05

Zurück über das gesunde Bein

Nicht mit dem kranken Bein hochdrücken. Beide Füße aufsetzen, gemeinsam hochgehen, wieder wechseln.

06

Zweimal am Tag, zwölf Wochen

Drei Sätze zu fünfzehn Wiederholungen, einmal mit gestrecktem und einmal mit leicht gebeugtem Knie. Ein mäßiger Schmerz während der Übung ist erlaubt.

Das ist das Programm aus der Studie, die diesen Ansatz bekannt gemacht hat. Es sieht harmlos aus und ist es nicht: Nach zwölf Wochen kommt man auf rund 15 000 langsame Absenkungen. Genau diese Menge baut das Gewebe um.

Zwei Punkte werden regelmäßig falsch gemacht. Erstens wird mit dem kranken Bein wieder hochgedrückt, wodurch die entscheidende absenkende Phase halbiert wird. Zweitens wird abgebrochen, sobald es zieht. Ein mäßiger Schmerz während der Übung ist ausdrücklich erlaubt, solange er am nächsten Morgen nicht schlimmer ist als am Vortag.

Was Sie in dieser Zeit besser lassen

Die Dehnung der Wade ist der Klassiker unter den gut gemeinten Übungen und bei Achillessehnenschmerzen mit Vorsicht zu behandeln. Dehnen mit gestrecktem Knie, das klassische Anlehnen an die Wand, zieht direkt an der gereizten Stelle. Bei Beschwerden am Sehnenansatz, also unmittelbar am Fersenbein, verschlimmert es die Symptome oft deutlich. Wenn Sie dehnen möchten, tun Sie es mit leicht gebeugtem Knie und ohne den Fuß über die Neutralstellung hinaus nach oben zu ziehen.

Sprünge, Antritte und Bergauflaufen belasten die Sehne mit hohen Spitzenkräften. Sie kommen zurück, aber am Ende des Wiederaufbaus, nicht in Woche drei. Barfußgehen auf Fliesen ist in der akuten Phase ungünstig, weil die Ferse dabei am tiefsten steht.

Bandage, Stoßwelle, Einlagen: was die Praxis ergänzt

Wenn die Hausmittel den Alltag nicht mehr tragen, führt der nächste Schritt meist in eine orthopädische Praxis oder zur Physiotherapie. Drei Verfahren werden in Deutschland regelmäßig angeboten, und sie sind unterschiedlich gut belegt.

Die extrakorporale Stoßwellentherapie ist das bekannteste. Sie wird bei länger bestehender Achillodynie eingesetzt, meist in drei bis fünf Sitzungen im Wochenabstand, und die Datenlage spricht dafür, dass sie in Kombination mit einem Übungsprogramm besser wirkt als das Programm allein. Als alleinige Behandlung ist ihr Nutzen deutlich schwächer. Deutlich besser belegt ist sie bei der Kalkschulter, weil dort ein konkretes Kalkdepot getroffen wird. Gesetzliche Kassen übernehmen sie bei dieser Indikation in der Regel nicht.

Eine Achillessehnenbandage mit eingearbeiteten Pelotten wirkt über zwei Wege: Sie hält den Bereich warm und sie verteilt den Druck der Schuhkante. Für den Alltag und für längere Gehstrecken ist sie eine sinnvolle Ergänzung, für die Nacht nicht. Individuelle Einlagen kommen dann ins Spiel, wenn eine deutliche Fehlstellung des Rückfußes die Sehne einseitig belastet, und nicht als Standardlösung.

Von einer Kortisoninjektion direkt in die Achillessehne raten die meisten Fachgesellschaften ab. Das Risiko einer Sehnenschädigung bis hin zum Riss ist hier höher als an anderen Sehnen, weil die Achillessehne bei jedem Schritt hohe Zugkräfte aushalten muss. Injektionen in die Umgebung der Sehne werden gelegentlich eingesetzt, und auch dann bleibt das Übungsprogramm die Grundlage.

Wann Hausmittel nicht mehr reichen

In eine Praxis gehört die Sehne, wenn der Schmerz trotz konsequenter Arbeit nach drei Monaten unverändert ist, wenn Sie eine tastbare Delle oder Verdickung in der Sehne finden, wenn Sie sich beim Abstoßen nicht mehr auf den Zehenspitzen halten können, oder wenn der Schmerz plötzlich mit einem Schlag begonnen hat. Der letzte Punkt ist ein Hinweis auf einen Riss und gehört sofort abgeklärt.

Ein Auslöser, an den kaum jemand denkt, ist die Medikamentenschublade. Fluorchinolon-Antibiotika, in Deutschland unter Wirkstoffnamen wie Ciprofloxacin oder Levofloxacin bekannt, können Sehnenentzündungen und in seltenen Fällen Sehnenrisse verursachen, am häufigsten an der Achillessehne. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hat 2019 mit einem Rote-Hand-Brief auf dieses Risiko hingewiesen und die zugelassenen Anwendungsgebiete deutlich eingeschränkt. Die Beschwerden können innerhalb von 48 Stunden nach Therapiebeginn auftreten oder erst Monate nach dem Ende der Behandlung.

Wenn Ihre Achillessehne kurz nach einer Antibiotikabehandlung zu schmerzen begonnen hat, gehört das ins Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Es ändert die Empfehlungen für Belastung und Sport in dieser Phase.

Warum die Sehne so lange braucht

Sehnengewebe ist deutlich schlechter durchblutet als Muskel. Der Stoffwechsel läuft langsamer, und der Umbau des Kollagens folgt einem Rhythmus von Wochen, nicht von Tagen. Dazu kommt, dass die Schmerzfreiheit dem Zustand des Gewebes vorauseilt: Sie fühlen sich gut, während die Sehne noch nicht belastbar ist.

Das erklärt den häufigsten Rückfall überhaupt. Nach sechs Wochen ist der Schmerz weg, der erste längere Lauf folgt, und drei Tage später ist alles zurück. Planen Sie deshalb nach dem Ende der zwölf Wochen noch einmal denselben Zeitraum für den schrittweisen Wiederaufbau ein.

Weil in der akuten Phase tatsächlich eine entzündliche Reaktion abläuft, greifen viele zusätzlich zu pflanzlichen Zubereitungen. Was dabei realistisch zu erwarten ist, erläutern wir bei unserer Formel für gereizte Sehnen. Sie ersetzt das Übungsprogramm nicht und soll es auch nicht.

Welche Übungen sonst noch sinnvoll sind

Neben dem Fersenabsenken lohnt es sich, die Fußmuskulatur und die Hüftstabilität mitzunehmen. Wer beim einbeinigen Stand mit dem Becken absinkt, überträgt bei jedem Schritt mehr Last auf die Wade. Dieselbe Beckenschwäche steht auch hinter dem Pes anserinus Syndrom an der Knieinnenseite. Ein einfacher Test: dreißig Sekunden auf einem Bein stehen, Augen offen, und beobachten, ob das Becken waagerecht bleibt.

Sinnvoll sind außerdem Wadenheben im Sitzen, das den tiefer liegenden Schollenmuskel anspricht, und langsame Kniebeugen mit geringer Tiefe. Beide Übungen belasten die Sehne moderat und lassen sich schon in Wochen mitmachen, in denen das einbeinige Absenken noch zu viel ist.

Was Sie an Übungen auslassen können, sind Faszienrollen direkt auf der schmerzhaften Sehne und aggressive Querfriktionen. Sie reizen den empfindlichen Bereich zusätzlich, ohne dass ein Nutzen für den Umbau des Gewebes belegt wäre. Die Wadenmuskulatur oberhalb der Sehne dürfen Sie dagegen bearbeiten, so viel Sie mögen.

Ein realistischer Zeitplan

Woche eins und zwei: Kühlung, Quarkwickel am Abend, Fersenkeil, Verzicht auf Sprünge und Steigungen. Ab Woche zwei oder drei beginnt das Fersenabsenken, zunächst mit beiden Beinen, dann einbeinig. Ab Woche vier laufen Programm und Alltag parallel, mit ebenen Gehstrecken und ohne Tempo.

Ab Woche zwölf folgt der Wiederaufbau: längere Strecken, dann leichte Steigungen, zuletzt Tempo und Sprünge. Wenn die Beschwerden an einem Punkt zurückkommen, gehen Sie eine Stufe zurück, statt das Programm zu beenden. Diese Struktur ist unspektakulär und der Grund, warum die meisten Menschen mit einer Achillodynie ohne Eingriff wieder dorthin kommen, wo sie waren.

Zurück zum Sport, ohne Rückfall

Die Rückkehr scheitert selten am Willen und fast immer an der Geschwindigkeit. Ein brauchbarer Maßstab ist der Belastungstest: Wenn Sie fünfundzwanzig einbeinige Zehenstände auf der betroffenen Seite schaffen, ohne dass der Schmerz am nächsten Morgen zunimmt, ist die Sehne bereit für leichtes Laufen.

Der Aufbau folgt dann einer einfachen Regel: nur eine Größe pro Woche steigern. Entweder länger, oder schneller, oder mehr Höhenmeter, nie zwei davon gleichzeitig. Zehn Prozent mehr Umfang pro Woche sind für die meisten Sehnen verträglich, mehr selten.

Behalten Sie das Fersenabsenken bei, auch wenn Sie wieder laufen. Zwei Einheiten pro Woche genügen zur Erhaltung, und sie kosten fünf Minuten. Menschen, die das Programm nach der Schmerzfreiheit vollständig einstellen, gehören zu denen, die im Folgejahr wiederkommen.

Häufige Fragen zu Hausmitteln bei Achillessehnenbeschwerden

Was hilft schnell bei einer Achillessehnenentzündung?

Für die ersten Tage: Kühlung in kurzen Einheiten, ein Quarkwickel am Abend, ein Fersenkeil in beiden Schuhen und der Verzicht auf Bergaufgehen, Sprünge und Tempoläufe. Diese Maßnahmen nehmen den Spitzenschmerz. Sie heilen die Sehne nicht, aber sie schaffen die Voraussetzung dafür, mit einem Übungsprogramm zu beginnen.

Was sollte man bei einer Achillessehnenentzündung vermeiden?

Alles, was die Sehne ruckartig auf Spannung bringt: Sprünge, Antritte, Bergauflaufen, Treppensteigen im Eiltempo. Barfußgehen auf hartem Boden ist in der akuten Phase ebenfalls ungünstig. Und ein Punkt, der oft übersehen wird: kräftiges Dehnen der Wade mit gestrecktem Knie zieht direkt an der gereizten Stelle und verschlimmert die Beschwerden häufig.

Wie lange dauert es, bis eine Achillessehnenentzündung weg ist?

Bei früher Reaktion einige Wochen. Wenn die Schmerzen seit Monaten bestehen, rechnen Sie mit drei bis sechs Monaten konsequenter Arbeit. Das Programm, das diesen Ansatz begründet hat, läuft über zwölf Wochen, und danach folgt eine ebenso lange Phase des Wiederaufbaus der gewohnten Belastung. Die Sehne heilt langsamer als der Schmerz verschwindet.

Kann man mit einer Achillessehnenentzündung spazieren gehen?

Ja, und es ist meist besser als Liegenbleiben. Ebene Strecken in bequemen Schuhen mit leicht erhöhter Ferse belasten die Sehne moderat und halten die Wadenmuskulatur in Gang. Meiden Sie Steigungen, weiches Gelände und lange Strecken am Stück. Die Faustregel: Der Schmerz darf während des Gehens spürbar sein, am nächsten Morgen aber nicht schlechter.

Hilft ein Quarkwickel bei Schmerzen an der Achillessehne?

Er hilft gegen den Schmerz, und zwar besser als die meisten erwarten. Quark hält eine gleichmäßige Kühle über zwanzig bis dreißig Minuten und verteilt sie über die ganze Ferse, ohne die Haut zu belasten wie ein Kühlpack. Am Sehnengewebe selbst ändert er nichts. Als Mittel für den Abend nach einem zu langen Tag ist er trotzdem sinnvoll.

Welche Schuhe sind bei Achillessehnenbeschwerden gut?

Schuhe mit einer festen Fersenkappe, einer leicht erhöhten Ferse und einer Sohle, die sich unter dem Vorfuß nicht beliebig biegt. Vermeiden Sie flache Modelle mit sehr weicher Sohle und Schuhe, deren Kante genau auf den schmerzhaften Punkt am Fersenbein drückt. Ein Fersenkeil gehört immer in beide Schuhe, sonst entsteht ein Beckenschiefstand.

Können Medikamente eine Achillessehnenentzündung auslösen?

Ja. Fluorchinolon-Antibiotika können Sehnenentzündungen und in seltenen Fällen Sehnenrisse verursachen, am häufigsten an der Achillessehne. Das BfArM hat 2019 mit einem Rote-Hand-Brief auf dieses Risiko hingewiesen und die Anwendung deutlich eingeschränkt. Beschwerden können innerhalb von 48 Stunden nach Therapiebeginn auftreten oder erst Monate nach dem Ende der Behandlung.


Quellen

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