Sehnenentzündung im Handgelenk: welche Sehne, welcher Test, welche Behandlung

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Main serrant le poignet opposé sous la base du pouce, tendons visibles sous la peau

Eine Sehnenentzündung im Handgelenk zeigt sich als Schmerz bei Bewegung, oft mit einem klar zeigbaren Punkt und einem Kraftverlust beim Greifen. In den meisten Fällen liegt eine Sehnenscheidenentzündung vor, eine Tendovaginitis. Entscheidend für die Behandlung ist, welche Sehne betroffen ist.

Der Punkt, den keine der führenden deutschsprachigen Seiten anspricht: Ab etwa sechs Wochen ist im Gewebe meist keine Entzündung mehr nachweisbar, obwohl der Name geblieben ist. Das ändert alles an der richtigen Behandlung.

Handgelenk von oben in streifendem Licht, die Sehnenstränge zeichnen sich unter der Haut ab
Auf der Streckseite des Handgelenks laufen die Sehnen in sechs Fächern über das Handgelenk. Fast jede Sehnenscheidenentzündung der Hand entsteht in einem dieser engen Kanäle.

Sehnenentzündung oder Sehnenscheidenentzündung?

Beide Begriffe werden im Alltag durcheinandergeworfen, und im Handgelenk sind sie tatsächlich schwer zu trennen. Eine Sehnenentzündung, medizinisch Tendinitis, betrifft die Sehne selbst. Eine Sehnenscheidenentzündung, die Tendovaginitis, betrifft die Hülle, in der die Sehne gleitet. Am Handgelenk laufen fast alle Sehnen durch solche Scheiden, deshalb ist die Tendovaginitis hier die Regel. Dieses gleitende Bindegewebe gehört zur selben Familie wie die Faszien, und was wirklich hinter einer Faszienentzündung steckt, folgt derselben Unterscheidung zwischen echter Entzündung und mechanischer Reizung.

Praktisch bedeutsam ist die Unterscheidung weniger als der Ort. Ob Sie am Daumen, auf dem Handrücken oder an den Fingergrundgelenken Schmerzen haben, entscheidet über den Test, die Diagnose und die sinnvolle Therapie.

Tendovaginitis de Quervain

Erstes Strecksehnenfach, daumenseitig. Schmerz beim Abspreizen des Daumens und beim Greifen. Die häufigste Form am Handgelenk.

Tendovaginitis stenosans

Beugesehnen in Höhe der Fingergrundgelenke. Der Finger schnappt oder bleibt morgens hängen, im Alltag Schnappfinger genannt.

Streckseitige Tendinopathie

Sehnen der Handgelenkstrecker auf dem Handrücken. Schmerz beim Anheben des Handgelenks gegen Widerstand, oft nach Tastatur- und Mausarbeit.

Drei Bilder, die im Alltag alle „Sehnenentzündung im Handgelenk“ heißen. Wo genau es weh tut, entscheidet über den Test, den Ihre Ärztin macht, und über die Behandlung.

Wie eine Sehnenentzündung am Handgelenk entsteht

Wie aus wiederholter Bewegung ein Dauerschmerz wird

Immer dieselbe Bewegung, tausendfach am Tag, ohne echte Erholungspause dazwischen
Reibung in der engen Sehnenscheide, die Gleitschicht verliert ihre Beschaffenheit
Die Sehnenscheide verdickt sich, der Kanal wird enger, jede Bewegung reibt stärker
Schmerz bei Belastung, dann bei jeder Bewegung, zuletzt in Ruhe
Die Kette läuft über Wochen bis Monate. Sie lässt sich an jeder Stelle unterbrechen, und je früher das geschieht, desto kürzer wird die Geschichte. Genau deshalb ist frühes Handeln hier wichtiger als bei den meisten anderen Beschwerden der Hand.

Die auslösenden Bewegungen sind unspektakulär und genau deshalb tückisch. Tastatur und Maus über Stunden, das Halten eines Smartphones, Schrauben, Schneiden, Kämmen, das Heben eines Säuglings mit abgespreiztem Daumen. Junge Eltern und Menschen in Pflege- und Friseurberufen sind aus demselben Grund häufig betroffen: Es ist immer dieselbe Bewegung, sehr oft, über Wochen.

Auch ein plötzlicher Wechsel zählt. Eine neue Tastatur, ein neues Werkzeug, ein Umzug mit hundert Kisten. Nicht die absolute Belastung reizt das Gewebe, sondern der Sprung gegenüber dem, woran es gewöhnt war.

Warum das Wort „Entzündung“ meist nicht mehr stimmt

In den ersten Tagen nach einer Überlastung ist tatsächlich eine Entzündungsreaktion messbar. Wer Sehnengewebe von Menschen untersucht hat, die seit Monaten Schmerzen haben, findet dort in aller Regel keine Entzündungszellen mehr, sondern ungeordnete Kollagenfasern, eingewachsene Gefäße und feine Nerven. Diese Beobachtung ist seit über zwanzig Jahren publiziert und hat den Begriff der Tendinopathie geprägt.

Das ist kein Wortstreit. Wenn keine Entzündung mehr da ist, kann man auch keine mehr bekämpfen. Entzündungshemmer helfen dann noch gegen den Schmerz, aber nicht mehr gegen die Ursache. Was das Gewebe umbaut, ist eine dosierte, langsam gesteigerte Belastung, nicht weitere Schonung.

Für die ersten Wochen bleibt der klassische Weg trotzdem richtig. Danach dreht sich die Logik um, und genau diesen Wechsel verpassen viele Betroffene, weil ihnen niemand gesagt hat, dass es ihn gibt.

Vier Tests, die Sie selbst machen können

Test So geht er Was ein Schmerz bedeutet
Finkelstein Daumen in die Faust einschlagen, Hand dann zur Kleinfingerseite abkippen Stechen daumenseitig am Handgelenk spricht für eine Tendovaginitis de Quervain
Streckung gegen Widerstand Handrücken gegen die andere Hand nach oben drücken, Ellenbogen gestreckt Schmerz auf dem Handrücken deutet auf die Handgelenkstrecker
Faust morgens Direkt nach dem Aufwachen die Faust öffnen und schließen Schnappen oder Hängenbleiben eines Fingers spricht für eine Tendovaginitis stenosans
Druck auf den Punkt Mit einem Finger die schmerzhafte Stelle suchen und benennen Ein einziger, klar zeigbarer Punkt spricht für eine Sehne, eine diffuse Fläche eher für das Gelenk
Diese vier Handgriffe ersetzen keine Untersuchung, aber sie machen das Gespräch in der Praxis präziser. Wer sagen kann, welcher Test wehtut, spart oft eine Runde Bildgebung.

Behandlung: was in welcher Reihenfolge

In den ersten zwei Wochen geht es um Entlastung. Nicht um Stillstand: Eine Handgelenksorthese für die belastenden Stunden und für die Nacht reicht meist aus, während die Hand im Übrigen normal benutzt wird. Kühlung dämpft den akuten Schmerz, entzündungshemmendes Gel erreicht am Handgelenk brauchbare Konzentrationen, weil die Sehnen dicht unter der Haut liegen.

Ab der dritten Woche wird die Belastung wieder aufgebaut, langsam und in kleinen Schritten. Sinnvoll sind Übungen gegen leichten Widerstand, die den Schmerz während der Bewegung auf einem erträglichen Niveau halten und ihn am nächsten Morgen nicht schlechter machen. Diese Regel ist einfacher als jedes Schema und funktioniert für fast jede Sehne.

Bleiben die Beschwerden, kommt die Injektion ins Spiel. Sie wirkt bei der Tendovaginitis de Quervain oft schnell. Über Monate betrachtet ist ihr Vorsprung gegenüber Belastungsprogrammen jedoch verschwunden oder umgekehrt, und Rückfälle sind häufig. Betrachten Sie sie als Fenster, in dem Sie die Ursache ändern, nicht als Behandlung für sich.

Weil in der ersten Phase tatsächlich eine Entzündung abläuft, greifen manche Betroffene zusätzlich zu pflanzlichen Zubereitungen. Was dabei realistisch zu erwarten ist und was nicht, erklären wir bei unserer Formel für gereizte Sehnen.

Wie lange dauert es, und wann zum Arzt?

Bei früher Entlastung heilt eine Sehnenscheidenentzündung meist in wenigen Wochen ab. Das vom IQWiG betriebene Portal gesundheitsinformation.de beschreibt genau diesen Verlauf. Wird sie über Monate mitgeschleppt, verlängert sich die Geschichte deutlich, und häufig braucht es dann ein strukturiertes Programm statt einzelner Maßnahmen.

In die Praxis gehört die Hand, wenn der Schmerz länger als zwei bis drei Wochen bleibt, wenn ein Finger hängen bleibt oder schnappt, wenn Kribbeln oder Taubheit dazukommen, oder wenn das Handgelenk deutlich anschwillt und überwärmt ist. Die letzten beiden Punkte weisen auf etwas anderes hin als auf eine Überlastung.

2101

Die Nummer, unter der Erkrankungen der Sehnenscheiden in der deutschen Berufskrankheiten-Verordnung geführt werden. Seit dem 1. Januar 2021 muss man die belastende Tätigkeit dafür nicht mehr aufgeben.

Berufskrankheiten-Verordnung, BK Nr. 2101, geändert durch das 7. SGB-IV-Änderungsgesetz

Wenn Ihre Beschwerden eindeutig mit der Arbeit zusammenhängen, lohnt der Blick auf die Berufskrankheiten-Verordnung. Unter der Nummer 2101 stehen schwere oder wiederholt rückfällige Erkrankungen der Sehnenscheiden, des Sehnengleitgewebes und der Sehnen- oder Muskelansätze. Bis Ende 2020 wurde eine Anerkennung nur ausgesprochen, wenn die betroffene Person die belastende Tätigkeit aufgab. Diese Hürde ist seit dem 1. Januar 2021 gefallen, und die Träger prüfen auch ältere Fälle erneut.

Was Sie ändern sollten, damit es nicht wiederkommt

Die häufigsten Rückfälle entstehen, weil die Hand nach dem Abklingen sofort wieder das tut, was sie krank gemacht hat. Am Arbeitsplatz heißt das: Unterarm auflegen statt in der Luft halten, Maus in Achse mit dem Unterarm führen, Tastatur ohne aufgestellte Füße, kurze Unterbrechungen alle halbe Stunde. Diese Punkte klingen banal und sind der Unterschied zwischen einmal und immer wieder.

Und im Zweifel gilt eine Faustregel, die für alle Sehnen der Hand funktioniert: Nicht die Bewegung ist das Problem, sondern ihre Wiederholung ohne Erholung. Wer das versteht, braucht weniger Behandlung und mehr Umbau des Alltags.

Häufige Fragen zur Sehnenentzündung im Handgelenk

Was tun bei einer Sehnenentzündung im Handgelenk?

Zuerst die auslösende Bewegung ändern, nicht die Hand stilllegen. Eine Handgelenksorthese für die belastenden Stunden, Kühlung in der akuten Phase, entzündungshemmendes Gel örtlich. Bleiben die Beschwerden länger als zwei bis drei Wochen bestehen, gehört die Hand in ärztliche Hände: Es geht dann um die Frage, welche Sehne betroffen ist und ob eine gezielte Belastungssteigerung oder eine Injektion sinnvoll ist.

Wie lange dauert eine Sehnenentzündung am Handgelenk?

Bei früher Entlastung heilt sie meist innerhalb weniger Wochen aus, so beschreibt es auch das vom IQWiG betriebene Portal gesundheitsinformation.de. Wird sie mehrere Monate lang mitgeschleppt, verändert sich das Gewebe strukturell, und dann rechnet man in Monaten statt in Wochen. Der Zeitpunkt, an dem Sie reagieren, beeinflusst die Dauer stärker als jede einzelne Behandlung.

Wie kann ich testen, ob ich eine Sehnenscheidenentzündung habe?

Der bekannteste Selbsttest ist der Finkelstein-Test: Daumen in die Faust einschlagen und die Hand zur Kleinfingerseite abkippen. Ein stechender Schmerz daumenseitig am Handgelenk spricht für eine Tendovaginitis de Quervain. Ein Test ersetzt keine Diagnose, denn ein Karpaltunnelsyndrom, eine Arthrose des Daumensattelgelenks und ein Handgelenksganglion können ähnlich beginnen.

Ist Kortison bei einer Sehnenscheidenentzündung geeignet?

Eine Injektion in die Sehnenscheide wirkt bei vielen Betroffenen innerhalb von Tagen und ist bei der Tendovaginitis de Quervain gut etabliert. Der Haken zeigt sich später: Über Monate betrachtet schneiden Injektionen in Sehnennähe in Studien oft schlechter ab als Belastungsprogramme, und Rückfälle sind häufig. Sinnvoll ist sie deshalb vor allem, um ein Fenster zu öffnen, in dem Sie die Ursache tatsächlich ändern.

Ist eine Sehnenscheidenentzündung eine Berufskrankheit?

Sie kann eine sein. In der deutschen Berufskrankheiten-Verordnung stehen schwere oder wiederholt rückfällige Erkrankungen der Sehnenscheiden und des Sehnengleitgewebes unter der Nummer 2101. Seit dem 1. Januar 2021 setzt die Anerkennung nicht mehr voraus, dass Sie die belastende Tätigkeit aufgeben. Gemeldet wird ein Verdacht über die behandelnde Praxis oder den Unfallversicherungsträger.

Sollte ich das Handgelenk ruhigstellen oder bewegen?

Beides, aber nicht gleichzeitig und nicht unbegrenzt. Eine Orthese für die belastenden Stunden und für die Nacht nimmt Druck vom gereizten Kanal. Vollständige Ruhigstellung über Wochen schwächt dagegen Sehne und Muskulatur und macht das Gewebe empfindlicher. Nach der akuten Phase führt der Weg über eine langsam gesteigerte Belastung zurück, nicht über weitere Schonung.

Wann muss eine Sehnenscheidenentzündung operiert werden?

Wenn die Beschwerden trotz konsequenter Behandlung über Monate bestehen bleiben, oder wenn ein Finger dauerhaft hängen bleibt. Der Eingriff ist klein: Das zu enge Sehnenfach wird gespalten, sodass die Sehne wieder frei gleitet. Er wird meist ambulant und in örtlicher Betäubung durchgeführt, und die Hand darf früh wieder bewegt werden.


Quellen

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