Eine Sehnenentzündung am Fuß entsteht fast immer durch einen Sprung in der Belastung, nicht durch eine einzelne Bewegung. Der Ort des Druckschmerzes verrät, welche Sehne betroffen ist. Behandelt wird in zwei Phasen: erst entlasten und kühlen, danach schrittweise wieder belasten.
Der Fehler, der die Beschwerden verlängert: nach zwei schmerzfreien Wochen dort weitermachen, wo man aufgehört hat. Die Entzündung ist dann weg, die Sehne aber noch genauso schwach wie vorher.
Welche Sehne betroffen ist
Die vier häufigsten Orte einer Sehnenentzündung am Fuß
Innenknöchel
Die Sehne des Musculus tibialis posterior. Schmerz hinter und unter dem Innenknöchel, oft mit absinkendem Längsgewölbe.
Fußrücken
Die Strecksehnen der Zehen. Schmerz auf der Oberseite, häufig durch zu fest geschnürte Schuhe ausgelöst.
Außenkante
Die Sehnen der Musculi peronei hinter dem Außenknöchel. Schmerz an der Außenseite, typisch nach wiederholtem Umknicken.
Ferse und Sohle
Die Achillessehne am Fersenbein und die Plantarfaszie an der Unterseite. Anlaufschmerz beim ersten Schritt am Morgen.
Oberseite, Außenkante, Innenknöchel, Unterseite
Auf dem Fußrücken. Hier verlaufen die Strecksehnen der Zehen dicht unter der Haut, geschützt nur von einem dünnen Band. Der häufigste Auslöser ist banal und wird selten erkannt: ein zu fest geschnürter Schuh. Wanderschuhe, Skischuhe und Laufschuhe mit zu straffer Schnürung drücken genau auf diese Stelle. Typisch sind ein brennender Schmerz auf der Oberseite und manchmal ein feines Knirschen beim Bewegen der Zehen.
Am Innenknöchel. Die Sehne des Musculus tibialis posterior läuft hinter dem Innenknöchel nach unten und hält das Längsgewölbe; sie ist zugleich die wichtigste Sehne bei einer Sehnenentzündung im Sprunggelenk. Eine Reizung dieser Sehne ist die folgenreichste am ganzen Fuß, denn wenn sie über Monate geschädigt wird, sinkt das Gewölbe ab und es entsteht ein erworbener Plattfuß. Alarmzeichen: Schwellung hinter dem Innenknöchel, Schmerz beim Zehenstand auf einem Bein, und eine Ferse, die von hinten betrachtet nach außen kippt.
An der Außenkante. Hinter dem Außenknöchel laufen die Sehnen der Musculi peronei. Sie werden typischerweise nach wiederholtem Umknicken gereizt oder bei Menschen mit Hohlfuß, deren Fuß nach außen kippt. Der Schmerz sitzt hinter und unter dem Außenknöchel und wird beim Gehen auf unebenem Boden schlimmer.
An Ferse und Sohle. Zwei verschiedene Strukturen, die oft verwechselt werden. Die Achillessehne setzt am Fersenbein an, ihr Schmerz sitzt hinten. Die Plantarfaszie spannt sich unter der Fußsohle, ihr Schmerz sitzt unten an der Ferse. Streng genommen ist die Plantarfasziitis keine Sehnenentzündung, sondern ein Fall für die Regeln, die für Faszien und Entzündung gelten; sie verhält sich aber sehr ähnlich und wird ähnlich behandelt.
Sehnenentzündung, Plantarfasziitis oder Ermüdungsbruch
| Sehnenentzündung | Plantarfasziitis | Ermüdungsbruch | |
|---|---|---|---|
| Ort | Entlang einer Sehne, strichförmig | Unter der Ferse, punktförmig | Auf dem Knochen, meist Mittelfuß |
| Erste Schritte morgens | Steif, wird beim Gehen besser | Sehr schmerzhaft, klassisches Zeichen | Wenig, der Schmerz kommt mit der Belastung |
| Schwellung | Entlang der Sehne, manchmal Knirschen | Selten sichtbar | Örtlich, mit Überwärmung |
| Röntgen | Unauffällig, Ultraschall zeigt es | Unauffällig, Fersensporn sagt nichts aus | Anfangs oft unauffällig, MRT nötig |
Diagnose: Ultraschall statt Röntgen
Bei Verdacht auf eine Sehnenscheidenentzündung am Fuß ist der Ultraschall das Mittel der Wahl. Er zeigt die verdickte Sehnenscheide, Flüssigkeit um die Sehne herum und den Zustand des Sehnengewebes selbst, und er tut das im Bereich weniger Minuten, ohne Strahlung und in Bewegung. Ein Röntgenbild zeigt Sehnen gar nicht: Es dient dazu, einen Knochenbefund auszuschließen.
Ein MRT wird gebraucht, wenn der Verdacht auf einen Ermüdungsbruch besteht, wenn eine Sehne gerissen sein könnte oder wenn eine Operation geplant ist. Als erste Untersuchung führen ein sorgfältiger Tastbefund und der Ultraschall in aller Regel schneller zum Ziel.
Für die Therapie zählt am Ende weniger das Bild als die Antwort auf drei Fragen: Welche Sehne ist es, seit wann bestehen die Beschwerden, und was hat sich in den Wochen davor an der Belastung geändert? Weitere Informationen ändern daran selten etwas.
Warum es entsteht
Die Ursache ist in den allermeisten Fällen ein Belastungssprung. Nicht die Belastung an sich, sondern ihre plötzliche Zunahme. Ein neuer Trainingsplan, ein Umzug, ein Städtetrip mit zwanzig Kilometern am Tag, ein Jobwechsel vom Sitzen ins Stehen, der Wechsel in flachere Schuhe. Derselbe Sprung erklärt weiter oben in der Kette die Sehnenentzündung an der Hüfte, die häufig nach einer plötzlich gesteigerten Gehstrecke beginnt.
Dazu kommen Faktoren, die die Sehne empfindlicher machen. Fußfehlstellungen verteilen die Last ungleich: Ein Knick-Senk-Fuß belastet den Tibialis posterior dauerhaft mehr, ein Hohlfuß die Peronealsehnen. Eine verkürzte Wadenmuskulatur erhöht den Zug an Achillessehne und Plantarfaszie. Übergewicht und ein schlecht eingestellter Blutzucker verschlechtern die Sehnenqualität. Und bestimmte Antibiotika aus der Gruppe der Fluorchinolone können Sehnenschäden begünstigen, was in Deutschland seit einigen Jahren mit einem Warnhinweis versehen ist.
Der Schuh ist die Größe, die sich am schnellsten ändern lässt und die am häufigsten übersehen wird. Eine zu weiche Sohle, eine zu straffe Schnürung, eine abgelaufene Laufschuhdämpfung: Jede dieser Kleinigkeiten kann eine Sehne über Wochen reizen.
Was in den ersten Tagen hilft: die PECH-Regel und ihre Grenzen
Im deutschen Sprachraum ist die PECH-Regel der Standard für den akuten Reizzustand: Pause, Eis, Compression, Hochlagern. Sie ist sinnvoll, und sie hat ein Verfallsdatum.
Pause heißt Reduktion, nicht Stillstand. Senken Sie die Belastung so weit, dass der erste Schritt am nächsten Morgen nicht schlimmer ist als heute. Vollständige Ruhigstellung im Gips oder Stiefel kommt nur bei schweren Fällen infrage und hat ihren Preis in Muskelabbau.
Eis für zehn Minuten mehrmals täglich, nie direkt auf der Haut. Wirkt gegen Schmerz und Schwellung in den ersten Tagen.
Compression mit einer elastischen Binde oder Bandage, wenn eine Schwellung besteht.
Hochlagern über Herzhöhe, mehrmals täglich für zwanzig Minuten.
Die Grenze der Regel liegt bei etwa einer Woche. Danach ist der akute Reiz meist vorbei, und was bleibt, ist ein geschwächtes Gewebe. Ab hier wird die PECH-Regel zum Hindernis, weil sie in die Schonung führt und die Belastung ist, die fehlt.
Was danach hilft: Belastung dosieren und kräftigen
Wie viel Belastung eine gereizte Sehne am Fuß verträgt
weitermachen
nach einer Stunde vorbei
Umfang halten
hält bis mittags an
eine Stufe zurück
Die Übungen richten sich nach der betroffenen Sehne, folgen aber demselben Prinzip: langsam, gegen Widerstand, mit steigender Last, über mindestens acht Wochen.
Für die Tibialis-posterior-Sehne: Im Sitzen ein Theraband um den Vorfuß legen und den Fuß gegen den Widerstand nach innen drehen, zwei Sätze zu fünfzehn, langsam zurücklassen. Später einbeinige Zehenstände, bei denen die Ferse bewusst nach innen geführt wird.
Für die Peronealsehnen: dieselbe Übung mit Zug nach außen. Dazu Gleichgewichtstraining im Einbeinstand, weil hier fast immer eine alte Bandverletzung dahintersteckt.
Für Achillessehne und Plantarfaszie: langsame Fersenabsenkungen an einer Treppenstufe, drei Sätze zu fünfzehn, jeden zweiten Tag. Bei der Plantarfasziitis mit einem zusammengerollten Handtuch unter den Zehen, was die Faszie mit unter Spannung setzt.
Für die Strecksehnen auf dem Fußrücken gibt es keine spezielle Übung, hier ist die Schnürung die Behandlung: die untersten Ösen auslassen oder eine Schnürtechnik wählen, die den Druck über der schmerzenden Stelle wegnimmt.
Das entzündliche Grundterrain wirkt hier mit, weil bei Sehnenscheiden am Fuß tatsächlich eine echte Entzündung vorliegt. Schlaf, Bewegung und eine pflanzenreiche Ernährung beeinflussen es. Curcumin und Weihrauch werden auf diesem Feld untersucht, und entscheidend ist die Aufnahme, an der gewöhnliches Curcumin scheitert. Genau daran ist unsere auf Bioverfügbarkeit ausgelegte Rezeptur ausgerichtet, aus der auch unsere Weihrauch-Formel für gereizte Sehnen entstanden ist. Begleitend zu den Übungen, nicht an ihrer Stelle.
Wann Sie zum Arzt oder zur Ärztin sollten
- Ein Schmerz, der mit fortgesetzter Belastung schlechter statt besser wird, weil das für einen Ermüdungsbruch spricht.
- Eine Schwellung hinter dem Innenknöchel oder ein Fuß, dessen Gewölbe sichtbar absinkt.
- Ein einbeiniger Zehenstand, der auf einer Seite nicht mehr gelingt.
- Rötung, Überwärmung und Fieber, oder ein Fuß, der nach einem Umknicken nicht belastbar ist.
- Beschwerden, die nach sechs Wochen angepasster Belastung unverändert sind.
Häufige Fragen
Wie lange dauert eine Sehnenreizung am Fuß?
Bei früher Behandlung und angepasster Belastung zwei bis sechs Wochen. Wenn die Reizung schon Monate besteht, rechnen Sie mit drei bis sechs Monaten, weil dann kein reiner Entzündungszustand mehr vorliegt, sondern ein Umbau des Sehnengewebes. Die Dauer hängt vor allem davon ab, ob die auslösende Belastung wirklich verändert wurde.
Was tun gegen eine Sehnenentzündung im Fuß?
In den ersten Tagen die Belastung senken, kühlen, hochlagern und entlasten. Danach beginnt der wichtigere Teil: die Sehne wieder schrittweise belasten und die Muskulatur kräftigen. Eine Sehne, die nur geschont wird, bleibt schwach und wird beim nächsten Belastungssprung erneut gereizt. Dazu die Schuhe prüfen, die bei Fußsehnen häufig der eigentliche Auslöser sind.
Welche Salbe hilft bei einer Sehnenentzündung am Fuß?
Gele mit Diclofenac oder Ibuprofen sind hier sinnvoll, weil die Sehnen am Fuß dicht unter der Haut liegen und der Wirkstoff sie gut erreicht. Sie lindern den Schmerz für einige Stunden und erleichtern damit die Bewegung. Auf die Struktur der Sehne wirken sie nicht. Nutzen Sie sie als Türöffner für die Übungen, nicht als Dauerlösung.
Kann Voltaren bei Plantarfasziitis helfen?
Kurzfristig ja, gegen den Schmerz. Ein Diclofenac-Gel kann die morgendlichen ersten Schritte erträglicher machen. Die Plantarfaszie selbst wird davon nicht besser. Was bei der Plantarfasziitis nachweislich wirkt, ist eine Kombination aus Dehnen der Wade und der Fußsohle, Kräftigung mit langsamen Zehenständen und geeigneten Schuhen mit fester Sohle.
Wie lange dauert es, bis eine Entzündung aus dem Fuß raus ist?
Die akute Entzündungsphase klingt meist innerhalb von ein bis zwei Wochen ab, wenn die Belastung reduziert wird. Was danach oft bleibt, ist keine Entzündung mehr, sondern eine geschwächte Sehne, und dieser Zustand braucht Wochen bis Monate gezielter Belastung. Das erklärt, warum viele nach zwei Wochen schmerzfrei sind und nach dem ersten längeren Lauf wieder am Anfang stehen.
Wie lange ist man mit einer Sehnenentzündung am Fuß krankgeschrieben?
Bei überwiegend sitzender Tätigkeit meist gar nicht oder wenige Tage. Bei Berufen mit langem Stehen und Gehen, also im Handel, in der Pflege, in der Gastronomie oder auf dem Bau, sind ein bis drei Wochen üblich, bei einer Reizung der Tibialis-posterior-Sehne auch länger. Wirksamer als eine lange Krankschreibung ist häufig ein anderes Schuhwerk und eine Einlage.
Ist Wärme oder Kälte besser bei einer Sehnenentzündung am Fuß?
In den ersten Tagen einer akuten, geschwollenen Reizung: Kälte, zehn Minuten mehrmals täglich. Bei einer Sehne, die seit Wochen oder Monaten wehtut und morgens steif ist: eher Wärme vor der Bewegung, weil sie das Gewebe geschmeidiger macht. Wenn Sie unsicher sind, probieren Sie beides an zwei aufeinanderfolgenden Tagen aus, der Unterschied ist meist deutlich.
Zum Mitnehmen
Die nützliche Handlung für heute: Drücken Sie die vier typischen Stellen an beiden Füßen der Reihe nach und vergleichen Sie. Wo der Unterschied zwischen links und rechts am größten ist, liegt Ihr Problem. Prüfen Sie dann den Schuh, den Sie in den vier Wochen vor Beginn der Beschwerden am häufigsten getragen haben.
Der Rest in einem Satz: Die ersten Tage gehören der Entlastung, alles danach gehört der dosierten Belastung, und der Maßstab ist immer der erste Schritt am nächsten Morgen.
Quellen
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