Sehnenentzündung im Arm: welche Stelle, welche Ursache, welche Behandlung

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Avant-bras et coude vus de profil, muscles et tendons éclairés par une lumière rasante

Eine Sehnenentzündung im Arm ist kein einzelnes Krankheitsbild, sondern ein Sammelbegriff für mindestens sechs verschiedene Probleme zwischen Schulter und Hand. Die Behandlung richtet sich nach der genauen Stelle, und die lässt sich mit wenigen Bewegungstests eingrenzen.

Was in Deutschland fast überall Sehnenscheidenentzündung heißt, ist an vielen Stellen des Arms anatomisch etwas anderes: Am Ellenbogen gibt es überhaupt keine Sehnenscheiden. Diese Ungenauigkeit erklärt, warum so viele Ratgeber aneinander vorbeireden.

Arm von der Schulter bis zur Hand in streifendem Licht, die Muskelbäuche und Sehnenstränge treten hervor
Vom Schulterdach bis zu den Fingerspitzen laufen über vierzig Sehnen. Nur an Handgelenk und Fingern liegen sie in Gleitscheiden, und genau dort entsteht das, was streng genommen eine Sehnenscheidenentzündung ist.

Wo im Arm Sehnen liegen und wo Sehnenscheiden

Vom Schulterdach bis zu den Fingerspitzen laufen über vierzig Sehnen. Sie verbinden Muskeln mit Knochen und übertragen Kraft über weite Strecken. Nur an wenigen Stellen sind sie von einer Gleitscheide umgeben, einer Hülle mit Flüssigkeitsfilm, die die Reibung dort mindert, wo eine Sehne um eine Kante läuft. Am Arm sind das Handgelenk und Finger. Das übrige Gleitgewebe zwischen Muskeln und Sehnen gehört zu den Faszien, und was bei einer Faszienentzündung wirklich dahintersteckt, unterscheidet sich davon in einem Punkt: Dort fehlt die enge Hülle.

Überall sonst liegt die Sehne frei im Gewebe oder setzt direkt am Knochen an. An diesen Ansatzstellen, etwa am Ellenbogen, entstehen ebenfalls Beschwerden. Sie heißen dann Insertionstendopathie oder, für die beiden bekanntesten Formen, Epicondylitis lateralis und medialis.

Wo am Arm es typischerweise weh tut

Sehnen­schmerz im Arm

Schulter, vorne

Die lange Bizepssehne in ihrer Rinne am Oberarmkopf. Schmerz beim Heben nach vorne und beim Drehen des Arms nach außen.

Ellenbogen, außen

Der Ansatz der Handgelenkstrecker, im Deutschen Tennisarm. Schmerz beim Greifen, beim Anheben einer Tasse, beim Händedruck.

Ellenbogen, innen

Der Ansatz der Beuger, Golferellenbogen. Schmerz beim kräftigen Zufassen und beim Drehen eines Schraubendrehers.

Unterarm und Handgelenk

Hier laufen die Sehnen in Scheiden. Das erste Strecksehnenfach am Daumen ist die häufigste Stelle überhaupt.

Vier Bereiche, vier verschiedene Ursachen, vier verschiedene Behandlungen. Der wichtigste Satz für Ihr Arztgespräch lautet deshalb nicht „mein Arm tut weh“, sondern „hier tut es weh, wenn ich das mache“.

Warum das Wort „Entzündung“ nur am Anfang stimmt

Nach einer akuten Überlastung ist tatsächlich eine entzündliche Reaktion messbar. Sie dauert Tage bis wenige Wochen. Untersucht man Sehnengewebe von Menschen, die seit Monaten Schmerzen haben, findet man dagegen kaum noch Entzündungszellen. Stattdessen sieht man ungeordnete Kollagenfasern, eine veränderte Grundsubstanz, eingewachsene kleine Gefäße und mit ihnen feine Nervenfasern.

Diese Beobachtung ist seit über zwanzig Jahren in der Fachliteratur etabliert und hat den Begriff der Tendinopathie geprägt. Der alte Name hat sich trotzdem gehalten, im Deutschen sogar besonders hartnäckig, weil Sehnenscheidenentzündung ein geläufiges Wort ist.

Sehnenscheidenentzündung: der Name und der Befund

Was der Begriff nahelegt

  • Es liegt eine Entzündung vor, die man mit entzündungshemmenden Mitteln behandelt.
  • Am Ellenbogen entzünden sich Sehnenscheiden, so wie am Handgelenk.
  • Ruhe und Schonung sind der Weg, bis die Entzündung abgeklungen ist.

Was sich im Gewebe findet

  • Nach einigen Wochen sind kaum noch Entzündungszellen nachweisbar. Zu sehen sind ungeordnete Fasern, eingewachsene Gefäße und feine Nerven.
  • Am Ellenbogen gibt es keine Sehnenscheiden. Betroffen ist dort der knöcherne Ansatz der Muskeln, eine Insertionstendopathie.
  • Längere Schonung schwächt Sehne und Muskel. Was das Gewebe umbaut, ist eine dosiert gesteigerte Belastung.
Der Name hat sich gehalten, weil er älter ist als die Untersuchungen, die ihn widerlegen. Für Sie zählt die praktische Folge: Nach der akuten Phase kehrt sich die Logik der Behandlung um.

Symptome: woran Sie eine Sehnenreizung erkennen

Das erste und verlässlichste Zeichen ist ein Schmerz, der an eine Bewegung gekoppelt ist. Sie machen etwas Bestimmtes, und es zieht. Zwischen diesen Momenten kann der Arm völlig unauffällig sein, was viele dazu bringt, die Sache monatelang zu ignorieren.

Dazu kommen weitere Symptome, die je nach Stelle unterschiedlich stark ausfallen. Ein Druckpunkt, den Sie mit einem Finger genau zeigen können. Ein Kraftverlust beim Greifen, oft zuerst beim Aufschrauben einer Flasche oder beim Anheben einer vollen Tasse. Eine morgendliche Steifigkeit, die sich nach wenigen Minuten Bewegung legt. Am Handgelenk gelegentlich ein feines Knirschen, das sich unter der aufgelegten Hand spüren lässt.

Nicht dazu gehören eine ausgeprägte Schwellung mit Rötung und Überwärmung, Fieber, ein Schmerz, der nachts in Ruhe durchgehend anhält, sowie Kribbeln oder Taubheit. Diese Zeichen sprechen für etwas anderes, zum Beispiel für eine Infektion, eine rheumatische Erkrankung oder eine Nervenenge.

Wo genau tut es weh?

Der Schmerz sitzt Was ihn auslöst Wahrscheinliche Diagnose
Vorne an der Schulter Arm nach vorne heben, Unterarm gegen Widerstand beugen Reizung der langen Bizepssehne
Außen am Ellenbogen Tasse heben, Handgelenk gegen Widerstand strecken Epicondylitis lateralis, Tennisarm
Innen am Ellenbogen Kräftiges Zufassen, Schraubendreher drehen Epicondylitis medialis, Golferellenbogen
Hinten am Ellenbogen Arm gegen Widerstand strecken, Liegestütz Trizepssehnenreizung, seltener eine Bursitis
Daumenseitig am Handgelenk Daumen abspreizen, Hand zur Kleinfingerseite kippen Tendovaginitis de Quervain
Mitten im Unterarm Längeres Tippen, Maus führen, wiederholtes Drehen Überlastung der Unterarmmuskeln, im Alltag Mausarm
Diese Tabelle ersetzt keine Untersuchung. Sie hilft aber, in der Praxis die richtige Frage zu stellen, und sie erklärt, warum ein und derselbe Begriff für sechs verschiedene Probleme benutzt wird.

Die Lokalisation ist deshalb so wichtig, weil sie die Behandlung bestimmt. Ein Tennisarm braucht Übungen für die Handgelenkstrecker und, bei anhaltenden Beschwerden, eine Epicondylitis-Spange. Eine Tendovaginitis de Quervain braucht eine Daumenschiene und Entlastung des Spitzgriffs. Eine gereizte Bizepssehne braucht Arbeit an der Schulterstabilität. Dieselbe Behandlung für alle drei würde bei zweien nichts bringen.

Was in der Praxis passiert

Die Diagnose stellt sich in den meisten Fällen ohne Gerät. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt tastet den Verlauf der Sehnen ab, sucht den Druckpunkt und lässt Sie einzelne Bewegungen gegen Widerstand ausführen. Wenn ein bestimmter Muskel gegen Widerstand arbeitet und genau dabei der bekannte Schmerz auftritt, ist die Sehne dieses Muskels der Verdächtige.

Ein Ultraschall kann eine verdickte Sehnenscheide, Flüssigkeit darin oder Veränderungen im Sehnengewebe zeigen und ist an Handgelenk und Ellenbogen gut geeignet. Ein Kernspin wird selten gebraucht, meist nur bei unklaren Befunden oder vor einem Eingriff. Ein Röntgenbild zeigt Sehnen überhaupt nicht, sondern nur Knochen und Verkalkungen.

Wichtig für das Gespräch: Bringen Sie mit, seit wann die Beschwerden bestehen, was sie auslöst, was sie bessert und was sich in den Wochen davor an Ihrer Belastung geändert hat. Diese Informationen sind für die Einordnung wertvoller als jedes Bild, und sie führen schneller zu einer Behandlung, die zur Stelle passt.

Wie es dazu kommt

In den allermeisten Fällen steht am Anfang kein Unfall, sondern ein Sprung in der Belastung. Ein neuer Arbeitsplatz, eine neue Maus, ein Umzug, ein Wochenende im Garten, der Wiedereinstieg ins Krafttraining. Sehnen passen sich an, aber langsam: Ihr Stoffwechsel ist deutlich träger als der von Muskeln, weil die Durchblutung geringer ist.

Bestimmte Bewegungsmuster sind besonders anfällig. Alles, was eine Drehung des Unterarms mit einem festen Griff verbindet, belastet die Ansätze am Ellenbogen. Alles, was den Daumen abspreizt und gleichzeitig Kraft verlangt, belastet das erste Strecksehnenfach. Junge Eltern bekommen es oft an genau dieser Stelle, weil sie den Säugling hunderte Male am Tag mit abgespreizten Daumen anheben.

Dazu kommen Faktoren, die den Boden bereiten: Rauchen, Diabetes, ein deutliches Übergewicht, Schilddrüsenerkrankungen und, an allen Sehnen des Körpers, das Lebensalter. Auch die Wechseljahre spielen eine Rolle, was erklärt, warum Frauen zwischen vierzig und sechzig überproportional häufig betroffen sind.

Behandlung, Phase für Phase

Der Weg zurück, in vier Phasen

01

Tage 1 bis 5: entlasten, nicht stilllegen

Die auslösende Bewegung aussetzen, den Arm sonst normal benutzen. Kühlen in kurzen Einheiten, entzündungshemmendes Gel örtlich, nachts gegebenenfalls eine Schiene.

02

Woche 2: Spannung halten

Isometrische Übungen, bei denen der Muskel gegen einen festen Widerstand drückt, ohne dass sich etwas bewegt. Fünfmal dreißig Sekunden, ein- bis zweimal täglich. Sie dämpfen den Schmerz messbar.

03

Woche 3 bis 6: langsam bewegen

Dieselbe Bewegung mit leichtem Gewicht oder Band, betont langsam in der nachgebenden Phase. Drei Sätze zu fünfzehn Wiederholungen, jeden zweiten Tag.

04

Ab Woche 6: Last steigern

Gewicht erhöhen, Wiederholungen senken, die Bewegungen der Arbeit oder des Sports schrittweise wieder aufnehmen. Eine Größe pro Woche steigern, nie zwei gleichzeitig.

Die Regel, die durch alle vier Phasen läuft: Schmerz während der Übung bis etwa vier von zehn ist erlaubt. Entscheidend ist, dass er am nächsten Morgen nicht schlechter ist als am Vortag.

Was in Phase eins wirkt, verliert in Phase drei seinen Sinn. Ein entzündungshemmendes Gel dämpft in den ersten Tagen die Reizung und danach nur noch den Schmerz. Das ist kein Argument dagegen, es zu benutzen, aber es ist ein Argument dafür, sich nicht darauf zu verlassen.

Eine Kortisoninjektion wirkt an manchen Stellen schnell, besonders bei der Tendovaginitis de Quervain. Über Monate betrachtet schneiden Injektionen in Sehnennähe in Untersuchungen jedoch oft schlechter ab als Belastungsprogramme, und beim Tennisarm ist dieser Effekt besonders deutlich beschrieben. Sinnvoll ist die Spritze deshalb vor allem, um ein Fenster zu öffnen, in dem das Programm überhaupt beginnen kann.

Weil in der akuten Phase tatsächlich eine entzündliche Reaktion abläuft, ergänzen manche Betroffene die Behandlung um eine pflanzliche Zubereitung. Was dabei zu erwarten ist und was nicht, erläutern wir bei unserer Formel für gereizte Sehnen.

Bandagen, Spangen, Schienen: was sie leisten

Die Epicondylitis-Spange ist das bekannteste Hilfsmittel am Arm. Sie sitzt zwei Fingerbreit unterhalb des schmerzenden Punkts am Unterarm und verlagert den Zugpunkt der Muskeln, sodass am gereizten Ansatz weniger Kraft ankommt. Viele spüren den Unterschied sofort, andere gar nicht. Getragen wird sie bei Belastung, nicht rund um die Uhr.

Eine Handgelenksorthese ist bei einer Sehnenentzündung im Handgelenk sinnvoll, besonders nachts, weil die Hand im Schlaf unbemerkt abknickt. Für den Daumen gibt es Modelle, die den Daumen mit einschließen und bei der Tendovaginitis de Quervain den Spitzgriff verhindern.

Was keines dieser Hilfsmittel leistet, ist die Heilung des Gewebes. Sie nehmen Last weg und schaffen damit Ruhe für die akute Phase. Wer sie über Monate durchgehend trägt, schwächt die Muskulatur darunter und verlängert die Geschichte, statt sie abzukürzen.

Der Arbeitsplatz, der die Sache unterhält

Bei Beschwerden im Unterarm und am Handgelenk lohnt eine nüchterne Bestandsaufnahme des Schreibtischs. Der Unterarm sollte aufliegen und nicht in der Luft hängen. Die Maus gehört in eine Linie mit dem Unterarm, nicht seitlich weit ausgestellt. Die Tastatur bleibt flach, ohne aufgestellte Füße, damit das Handgelenk nicht dauerhaft nach oben abgeknickt ist.

Genauso wichtig ist die Unterbrechung. Nicht die einzelne Bewegung überlastet, sondern ihre Wiederholung ohne Erholung. Zwei Minuten Aufstehen pro halbe Stunde verändern die Belastungssumme eines Arbeitstags erheblich, und sie kosten weniger Zeit als der Weg zur Physiotherapie.

Bei körperlicher Arbeit geht es um Werkzeuge: dickere Griffe verteilen die Kraft auf mehr Fläche, Akkuschrauber ersetzen das Drehen aus dem Handgelenk, und ein Wechsel der Tätigkeit innerhalb der Schicht wirkt besser als jede Bandage.

Was es sonst noch sein kann

Kribbeln, Taubheit oder eine nachts einschlafende Hand sprechen für eine Nervenenge, meist im Karpaltunnel, gelegentlich am Ellenbogen. Ein Schmerz, der vom Nacken über die Schulter in den Arm zieht und sich beim Drehen des Kopfes ändert, kommt eher aus der Halswirbelsäule. Beide Bilder werden regelmäßig als Sehnenentzündung fehlgedeutet.

Ein geschwollener, überwärmter und geröteter Bereich mit Fieber ist kein Überlastungsproblem und gehört sofort abgeklärt. Und ein Schmerz, der schlagartig während einer Anstrengung begann, oft mit einem hörbaren Geräusch, kann ein Sehnenriss sein, besonders an der langen Bizepssehne.

Was gegen einen Rückfall hilft

Rückfälle entstehen fast immer an derselben Stelle wie der erste Schub, und meist aus demselben Grund: Die Belastung kehrt schneller zurück als die Belastbarkeit. Zwei Gewohnheiten helfen dagegen mehr als jede Bandage.

Erstens: Behalten Sie zwei Kraftübungen pro Woche für den betroffenen Bereich bei, auch wenn nichts mehr wehtut. Zehn Minuten genügen. Eine kräftige Muskulatur nimmt der Sehne Spitzenlast ab, und das ist der einzige Schutz, der bei jeder Bewegung mitläuft.

Zweitens: Steigern Sie nach jeder Pause langsamer, als es sich anfühlt. Nach zwei Wochen Urlaub ohne Training oder nach einer Krankheitswoche ist die Sehne nicht mehr auf dem Niveau von vorher. Zehn Prozent mehr pro Woche sind für die meisten Sehnen verträglich, ein Sprung auf das alte Pensum selten.

Was Sie realistisch erwarten dürfen

Die große Mehrheit dieser Beschwerden geht ohne Eingriff zurück. Der Unterschied zwischen sechs Wochen und sechs Monaten liegt fast immer darin, wie früh die auslösende Bewegung geändert wurde und ob nach der akuten Phase belastet statt weiter geschont wurde.

Setzen Sie sich einen Zeitpunkt: sechs Wochen konsequente Arbeit nach dem Vier-Phasen-Plan. Wenn sich bis dahin nichts bewegt hat, ist das kein Grund für Resignation, sondern der Anlass, die Diagnose zu überprüfen. Häufig stellt sich dann heraus, dass die Stelle eine andere ist als angenommen.

Wenn beide Arme betroffen sind

Beschwerden an beiden Armen gleichzeitig sind ungewöhnlich für eine reine Überlastung und ein Anlass, weiter zu schauen. Möglich ist schlicht, dass beide Seiten dieselbe Belastung tragen, etwa bei Tastaturarbeit oder Montagetätigkeiten. Möglich ist aber auch eine rheumatische Erkrankung, eine Schilddrüsenstörung oder eine Nebenwirkung von Medikamenten.

Ein einfaches Unterscheidungsmerkmal: Überlastungsbeschwerden folgen der Belastung und bessern sich in Ruhephasen, etwa im Urlaub. Entzündlich-rheumatische Beschwerden sind morgens am schlimmsten, halten über eine halbe Stunde an und bessern sich durch Bewegung eher als durch Ruhe. Wenn dieses Muster auf Sie zutrifft, gehört ein Blutbild dazu.

Häufige Fragen zur Sehnenentzündung im Arm

Was tun bei einer Sehnenentzündung im Arm?

In den ersten Tagen die auslösende Bewegung aussetzen, kühlen und örtlich ein entzündungshemmendes Gel auftragen. Danach nicht weiter schonen, sondern die betroffene Sehne wieder belasten, mit Halteübungen beginnend und über Wochen gesteigert. Bleiben die Beschwerden nach zwei bis drei Wochen unverändert, gehört der Arm in eine Praxis, damit die Stelle genau bestimmt wird.

Wie lange dauert eine Sehnenentzündung im Arm?

Bei früher Reaktion zwei bis sechs Wochen. Wer die Beschwerden monatelang mitschleppt, muss mit drei bis sechs Monaten rechnen, weil sich das Sehnengewebe strukturell verändert hat. Das vom IQWiG betriebene Portal gesundheitsinformation.de beschreibt für die Sehnenscheidenentzündung denselben Verlauf: bei Entlastung wenige Wochen, sonst deutlich länger.

Wie macht sich eine Sehnenentzündung im Arm bemerkbar?

Typisch sind ein Schmerz bei einer bestimmten Bewegung, ein klar zeigbarer Druckpunkt und ein Kraftverlust beim Greifen oder Heben. Manche Betroffene hören ein feines Knirschen. Der Schmerz ist bei Belastung am stärksten und lässt in Ruhe nach. Nächtliche Ruheschmerzen, Schwellung mit Rötung oder Fieber passen nicht ins Bild und gehören abgeklärt.

Kann man am Ellenbogen eine Sehnenscheidenentzündung bekommen?

Streng genommen nicht. Sehnenscheiden gibt es am Arm nur im Bereich von Handgelenk und Fingern. Am Ellenbogen sind die knöchernen Ansätze der Unterarmmuskeln betroffen, weshalb man dort von einer Insertionstendopathie oder Epicondylitis spricht. Der Begriff Sehnenscheidenentzündung hat sich im Alltag trotzdem eingebürgert, weil die Beschwerden ähnlich wirken.

Hilft Schonung bei einer Sehnenentzündung am Arm?

In den ersten Tagen ja, danach nicht mehr. Längere Schonung schwächt Muskel und Sehne, und ein schwacher Muskel schützt seine Sehne schlechter. Nach der akuten Phase führt der Weg über eine langsam gesteigerte Belastung zurück. Genau dieser Wechsel wird häufig verpasst, weil er dem Bauchgefühl widerspricht.

Was ist ein Mausarm?

Ein Sammelbegriff für Beschwerden, die durch tausendfach wiederholte kleine Bewegungen an Tastatur und Maus entstehen. Dahinter können eine Reizung der Unterarmmuskeln, eine Sehnenscheidenentzündung am Handgelenk oder ein Tennisarm stecken. Der Begriff beschreibt die Ursache, nicht die Diagnose, und die Behandlung richtet sich immer nach der genauen Stelle.

Wann sollte ich mit Armschmerzen zum Arzt?

Wenn die Beschwerden länger als zwei bis drei Wochen anhalten, wenn Kraftverlust dazukommt, wenn Kribbeln oder Taubheit auftreten, oder wenn der Arm anschwillt und überwärmt ist. Auch ein Schmerz, der plötzlich mit einem Knall oder Ruck begann, gehört umgehend abgeklärt. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt sucht dann nach der genauen Stelle statt nach einem Sammelbegriff.


Quellen

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